21 September, 2017

Herbst - 10Tipps um die Regenmonate zu lieben

Die goldende Jahreszeit ist da.
Zugegeben, ich bin von ihrem Goldglanz nicht immer so überzeugt!
Wind, Regen, grauer Himmel... höchste Zeit für 10 super Herbstliebhab-Gründe:



#1 Gratis Freizeitpark für Kids
Ab in den Wald und Raschelmomente und Schätze sammeln! Der Wald wird im Herbst zum Gratis Freizeitpark. Mit dicken Stiefeln und Regenhose entdecken wir alles mögliche, werfen das (hoffentlich trockene) Laub wie Konfetti über unsere Köpfe, springen durch und über Pfützen und sammeln Eicheln und Kastanien für Bastelnachmittage.
Am Abend kommen wir erschöpft nach Hause und ich bekomme - quasi für lau - die Auszeichnung "Beste Mama der Welt".

http://3.bp.blogspot.com/-lz-ROu-Ajv4/VjYzmtS0FSI/AAAAAAAAPfw/ou-hYimGPjs/s1600/DSC_0325.jpg
Kleid von hier

#2 raus mit dem Bauch und weg mit dem Rasierer
Lange Hose, dicke Strümpfe, Oversizepullis.
Rein theoretisch könnten wir jetzt den Bauch einfach raushängen und die Haare an den Beinen wachsen lassen. Sieht eh keiner...

#3 Serienmarathon ohne Reue
Der Sommer ist eine "aktive Jahreszeit". Das bedeutet für dein Gewissen, dass du möglichst immer draußen irgendwas besonders Aktives und Geniales erleben musst.
Der Herbst macht dir kein schlechtes Gewissen. Jetzt kannst du dich auf dem Sofa verkrümelt und die laufenden Kosten für dein Netflixabo endlich rausholen.

#4 Schlafanzug schon vor dem Abendessen. 
Wenn es um 17 Uhr bereits dunkel wird, dann ist es quasi Nacht. Kein Problem also, wenn wir nach der Arbeit schon in den Schlafi schlüpfen.  

#5 Gratis Urlaubstage. 
Der Oktober schenkt uns nicht nur landesweit den "Tag der deutschen Einheit" als extra Urlaubstag.
Teilweise dürfen die Arbeitnehmer auch am Reformationstag morgens im Bett liegen bleiben.
Dieses Jahr dürfen übrigens alle am Reformationstag zu Hause bleiben. Anlässlich der 500 Jahr feiern, darf sich dieses Jahr zum Beispiel auch Niedersachen über den Extraurlaubstag freuen!)

#6 Ein paar Gänge runterschalten
Den Abend in der Badewanne ausklingen lassen. Mit einem guten Buch, einem Glas Rotwein und viel Zeit. Das mag sich im Sommer keiner vorstellen.
Im Herbst kann man da gut und gerne eine ganze Stunde in der Wanne verbringen (nicht gut für die Haut... aber die sieht im Herbst ja auch keiner.)
Oder wir schmeißen den Kamin an (bzw. den Kaminfeuer-Youtube-Channel) und schauen gedankenverloren mit einem heißen Kakao mit Sahne und Marshmellows (und einem Schuss Baileys) in die knisternden Flammen... endlos... regungslos eingekuschelt zwischen dicken Decken und starken Armen.

#7 Kürbis!
Endlich wieder! Es gibt Kürbis in allen Farben und Formen.
Ich liebe Kürbis! Insbesondere als Suppe! So lecker, so schnell gemacht.
Oder auch als Waffel. Lecker!
Das Superfood passt nicht nur farblich toll zur Jahreszeit, sondern bringt auch jede menge gesunde Nährstoffe mit.


Friedhofspudding von hier

#8 grusel dich
Kalt und dunkel? Das passt einmalig zu schaurig und gruselig. Und eben zu Halloween.
Bei prime, netflix und im TV sind jetzt wieder Gruselfilme aktuell! Dazu viele viele Kerzen und leckeres schauriges Gruselfood und Gruselsnacks.
Richtig gut ist es dann, wenn man nach dem Gruselabend nur noch mit Festtagsbeleuchtung ins Badezimmer geht und sich nachts die Bettdecke über beide Ohren zieht.

#9 Backofen auf
Denn Kekse backen gehört für mich bald mehr in den Herbst, als in die Vorweihnachtszeit.
Genau so wie das Backen von Aufläufen, Broten, Brötchen. Wenn der Herbst da ist, bin ich noch voller Backmotivation und mag mich am Ofen ausprobieren.
Anschließend bleibt der noch warme Backofen bei mir übrigens tatsächlich leicht geöffnet (vorsichtig mit Kindern!), denn so wärmt die Resthitze aus dem Ofen die Küche noch etwas auf.

Igelmuffins


#10 Sleeping Beauty
Zeitumstellung, Ladies und Gentlemen! Der Herbst schenkt und eine ganze Stunde mehr Schlaf!
Welche Jahreszeit kann das schon von sich behaupten! Die Zeit könnte man super zum Feiern, Party machen und Freunde treffen nutzen... oder... ach... komm sind wir ehrlich: Schlaf ist besser!
Gute Nacht!



Und was gefällt euch am Herbst am Besten?
Wer steht auch auf Gruselfilme, Serienmarathon und Kürbissuppe?


Lieblingsgrüße!

16 September, 2017

Wie lange brauch ich dafür? Der Uhrentrick zum Nachmachen


Ich habe euch von der nur schwer möglichen Symbiose aus Zeit, Zuckermädchen und ziemlich gestresster Mama berichtet.
Erinnert ihr euch? Zum Beispiel hier von meiner Trödelliese, oder hier von unserem morgendlichen Wahnsinn oder auch hier von der verwirrenden Erfahrung mit Zeit und Uhrzeit. (Schaut unbedingt mal rein. Die Berichte sind ganz lesenswert.) Euren Kommentaren und Nachrichten zur Folge kennt ihr ähnliche Situationen selbst aus eigener Erfahrung.


Wir probieren gerne Tricks und Kniffe aus, um dem Zuckermädchen das Verständnis von Zeit und Dauer näher zu bringen (und - um ehrlich zu sein - mir ein bisschen mehr Gefühl für Gelassenheit zu vermitteln). Langsam nähern wir uns unserem Optimum an Planung und Spontanität an.

Es könnte auch am zunehmendem Alter des Mädchens liegen, doch mit jedem neuen Lebensmoment kommen auch neue zu bewältigende Aufgaben auf uns zu. So wie jetzt, als Schulkind, zum Beispiel die Hausaufgaben, die uns gerade viel abverlangen. Nicht wegen dem Schwierigkeitsgrad, aber wegen der "dafür vorgesehene Zeit".
Aus Langeweile verplempert sie beim Hausaufgaben machen so viel Zeit für Träumerei, Singen oder Geschichten ausdenken.




Schön! Aber natürlich nicht effektiv.

Deshalb haben wir uns etwas ausgedacht, dass wir gerne mit euch teilen möchten.
Der Trick mit der Uhr ist nicht neu aber ganz leicht nachzumachen.
Alles was ihr benötigt ist eine günstige Uhr mit abnehmbarer Abdeckung, ein paar farbenfrohe dicke Stifte. Außerdem helfen Linea, Bleistift und ein schwarzer Filzer.




Das schwierigste ist nun erstmal den Tag sinnvoll in kleine Pakete einzuteilen, die in den Familienealltag integrierbar sind. Wir haben uns für eine Nachmittagsuhr entschieden.
Der Nachmittag des Mädchen wird aufgeteilt in die Bereiche
  • Mittagessen
  • Hausaufgaben
  • freie Zeit/Spielen
  • Abendessen
  • Bettfertig machen 
und schließlich natürlich die Schlafenszeit. Wichtig bei der Einteilung war mir vor allem, dass die Zeitspannen jeweils so realistisch sind, dass sie noch ein wenig Puffer bieten. Es kann ja immer etwas dazwischen kommen. Und wenn das Mittagessen schneller abgeschlossen ist, ist vielleicht noch Zeit für eine Vorlesegeschichte vor den Hausaufgaben. Das spornt an.

Mit knallig bunten Farben und einfachen Symbolen  ist die Uhr auch für Kleinkinder und alle Kids die mit dem "Uhrenverstehen" noch nicht so vertraut sind, bereits lesbar. Wir haben uns für schlichte Symbole, wie ein Stift, ein Teller, eine Spieleule und eine Zahnbürste entschieden, denn erstens kann ich diese Symbole noch einigermaßen gut zeichnen und zweitens sind sie so super einprägsam.

Ein echt einfacher und schnell nachgemachter Hack für umsetzbare Struktur im Alltag.
Wir wünschen euch viel Spaß beim Nachbasteln!


Lieblingsgrüße!
_______
Uhr  (alternativ auch bei Ikea)
Kreidestifte (die sind so schön plakativ und knallig)


14 September, 2017

Unicorn Bodysrub

Fast zwei Wochen war ich jetzt wegen aktuen Rückproblemen völlig außer Gefecht gesetzt (Insta-Fans wissen längt Bescheid: hier)
Jetzt muss ich erst mal wieder etwas für mich tun! Ein bisschen Bewegung, Sport und eine Extraportion Wohlfühlen.


Dafür brauche ich:
Ein ganz besonderer Bodyscrub mit der Magie eine ultimativ weiche Haut zu zaubern. Mit jeder Menge Einhorn Power und guter Laune-Garantie.

Acuh ein tolles kleines Mitbringsel für die kommenden kürzeren Tage, die nach warmen Duschen, langen Bädern, Kuscheldecken und ein wenig Magie rufen.






Du brauchst: 
400g grobkörniges Salz
3 EL Kokosöl
3 EL Mandelöl
3 EL klares Duschgel (ohne Duftstoffe etc.)
Etwas Lebensmittelfarbe
Evtl. etwas Glitzerstaub
evtl. ein paar Tropfen Duftöl nach Geschmack


Für die Grundsubstanz werden einfach Salz, Kokosöl (leicht erwärmen, damit es flüssig wird), Mandelöl und Duschgel vermengt. Am Ende soll das Bodyscrub die Konsistenz von nassem Sandstrand haben, also weder zu körnig, noch zu ölig werden. Dosiert die flüssigen Komponenten deshalb am Besten nach und nach zum Salz und rührt die Masse gut durch.

Wer mag kann nun auch noch einen Tropfen Duftöl zu Masse hinzufügen. Für mich war die Geruchskombination aus Kokos und Mandel aber bereits ausreichend.




Nun wird die Masse in beliebig viele Portionen aufgeteilt. Fülle sie dazu in verschiedene Behälter. Zum Färben wird ein kleines Tröpfchen der Wunschfarbe hinzugefügt. Die Färbekraft von Lebensmittelfarben hängt natürlich von den unterschiedlichen Herstellern ab.
Ich verwende gerne die Lebensmittelfarben von Wilton, die ich mir als kleines Set gekauft habe. Das tolle an den Farben ist, dass sie wirklich enorm stark färben. Ein kleiner Tropfen ist bei diesen Farben schon fast zu viel und die kleinen Farbtöpfchen halten unendlich lange.

Wer mag kann einer oder mehreren Farben noch ein wenig Glitzer hinzufügen. Ich habe hier Glitzer von Eulenspiegel verwendet, der auch in Kinderschminksets verwendet wird.

Wenn das Salz in den gewünschten Farben gefärbt ist, wird es in einem sauber ausgespülten Glas mit Schraubverschluss aufgeschichtet. Am Schluss noch ein wenig Verzieren und fertig ist dein Einhorn-Zauber-Bodyscrub. Für dich oder zum Verschenken.







Mit den entsprechend angepassten Lebensmittelfarben könnt ihr bei eurem Bodyscrub natürlich auch anderen aktuellen Trends nacheifern.

Unten Gelb, oben Grün und ein wenig Zitronenaroma für einen Ananas Bodyscrub.
Rosa und weiß für den Flamingo Trend.
Ganz in Grün mit kleiner roter Blüte für den Kaktusstyle.
Das Rezept ist immer das gleiche.

12 September, 2017

Einladungskarten für den Kindergeburtstag - Blumenparty

Ein schlichtes Thema dieses Jahr.
Auf die Frage, ob sich das Zuckermädchen denn irgendein Motto für ihren Geburtstag wünschen würde antwortete sie direkt:
Einhörner! - Nee, das hatten wir schon!
Dann Eulen!  - Nee, das hatten wir auch schon!
Dann eben Topmodel!  - Oh ja, aber bitte erst in ein paar Jahren, ok?
Boa man... dann eben irgendwas mit Blumen?

Ha! Na das ist doch mal ein tolles Motto und es lässt Raum für einfach alles :D

Wir bereiten uns natürlich ein wenig vor und basteln heute Einladungskarten im Blumenstrauß-Look.
Das geht so leicht, dass es das Zuckermädchen fast alleine machen kann.






Das brauchst du dafür:
Holzsticks (alternativ Pfeifenreiniger)
Fotokarton
Schere
Kleber
evtl. Tontöpfe mit Sand 


Für die Blumen könnt ihr euch am besten fix eine Schablone erstellen. Ebenso erleichtert eine Schablone für die Blätter die Arbeit.
Blätte und Blumen werden einfach aus Tonkarton ausgeschnippelt und dann am Holzstab befestigt. Genau so schön sieht hier übrigens ein Pfeifenreiniger aus.
Wer dem ganze noch die Krone aufsetzten (oder den Topf untersetzen) möchte, der organisiert sich ein paar kleine Blumentöpfe aus Ton oder Glas und drapiert die Blümchen im Sand.
Eine süße Idee, die sich auch nach dem Geburtstag noch dekorativ im Kinderzimmer macht.


Ich wünsch euch viel Spaß beim Nachbasteln.
Und wir überlegen uns jetzt, was wir noch zum Thema "Irgendwas mit Blumen" für den Geburtstag gestalten können.


Lieblingsgrüße!





05 September, 2017

Sidecut Kleid - Überraschungspost von Mitosa trifft ins Schwarze

Kennt ihr sie? Die gute Sandra, vom Blog Mitosa Creativ?
Seid Beginne meiner Bloggerzeit zählt sie zu meinen guten und lieben Freunden. Eine tolle Frau mit einem Herz, so groß wie ich es glaub ich bei noch keinem anderen Menschen erlebt habe.

Da wir uns leider sehr selten live über den Weg laufen (mit Kids, Haus, Mann, Freund, Job, Alltag fehlen einfach immer die entscheidenen 3 Stunden für einen spontanen Besuch), landen gelegentlich Überraschungspäckchen in unseren Briefkästen.

Zugegeben, von ihr öfter als von mir...
Einfach bemerkenswert diese Frau. Sie denkt an Geburtstage, Einschulungen, macht zwischendurch kleine Überraschungen, während ich schon ausreichend beschäftigt damit bin, das Frühstück des Zuckermädchens nicht aus Versehen in meine Arbeitstasche zu packen und morgens die richtige Richtung zur Schule einzuschlagen und nicht versehentlich beim Supermarkt lande.
(Moment, hatte ich mich nicht letztens noch gefragt, woher das Zuckermädchen diesen Hang zur ständigen Träumerei hat? Ähm... hust hust...)

Kürzlich konnten die Nachbarn einen gellenden, quietschen Aufschrei in der Nachbarschaft vernehmen, denn das Zuckermädchen hat von der lieben Sandra ein Überraschungpaket entgegen nehmen dürfen.
Neben einem kuscheligen Frotteekleid mit monstermäßiger Stickdatei, einem tollen gepimpten Shirt für die Schule (my unicorn ate my homework - geil! Will ich auch haben) und einem lieben Büchlein zur Einschulung war darin zu finden....  ich zitiere:

Oh wow ein einhörniges Kleid, schau mal Mama, sogar eine 6 ist darauf platziert und mit Pailletten und guck mal die schönen Einhörner, die man sehen kann und sie freuen sich, weil sie auf dem Kleid tanzen, Mama darf ich das Kleid sofort anziehen, obwohl ich noch nicht sechs bin? Ich sag das auch niemanden, aber die Einhörner wollen getragen werden, damit sie tanzen können, also muss ich es anziehen und sie präsentieren, sonst sind sie bestimmt ganz traurig!"






Ja, liebe Sandra, mit deinem einhörnigen Sidecut - Kleid hast du hier so sehr ins Schwarze getroffen, dass aus Sicht des Mädchens sogar eine Fotosession notwendig war.
Ich glaube den Schnitt muss ich mir auch noch besorgen! Mir gefällt es insbesondere in der Ballonvariante extrem gut und das Mädchen tänzelt seit ein paar Tagen mit den Einhörnern zusammen... Nur heimlich, weil es ja noch gar nicht sechs ist.
Aber das verraten wir niemanden.

Lieblingsgrüße!

Schnitt: Sidecut Kleid von Mitosa
genäht von Sandra

01 September, 2017

Welcome Minimuckel

Ich habe ein paar ganz liebe Freundinnen. Richtige Herzensmenschen!
Wir sehen uns viel zu selten, weil wir oft ganz vollgepackte Terminpläne haben. Aber wenn wir uns sehen, sind wir fast wie Schwestern. Dann ist alles ganz normal und nichts deutet darauf hin, dass wir uns wochen- oder monatelang nicht gesehen haben.
Solche Freundinnen sind mir ganz und gar wichtig.


Deshalb bin ich heute ganz aufgeregt und fröhlich, denn kürzlich kam die kleine Maus eine meiner liebsten Freundinnen auf die Welt.
Die kleine Maus ist das erste Baby in unserem Mädelsfreundekreis (abgesehen vom Zuckermädchen - das Minimuckel 1.0 - aber das habe ich in die Freundschaft mitgebracht) und wir sind alle aus dem Häuschen.

Das Set, dass ich ihr und ihrem Mann übergeben durfte, habe ich schon in den ersten Sommertagen genäht und ich warte seitdem fast so ungeduldig wie die Eltern auf das Baby.




Eine Kuscheljacke, ein passendes Mützen und ein Shirt mit - für uns Mädels - bezeichnendem Aufdruck.
Für lange Fotografien und Erklärungen ist jetzt aber keine Zeit mehr.
Ich möchte Mama, Papa und Baby nun endlich sehen und alle drei in den Arm nehmen.


Lieblingsgrüße!

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Schnitte: Yellowsky, Wendezipfelmütze, Zwergenverpackung

29 August, 2017

Warum heißt jeder Tag "heute" - 5 Tipps Kindern ein Gefühl von Zeit zu vermitteln

Warum heißt jeder Tag "Heute" und warum ist niemals "Morgen?

Mit dieser Frage hat mich das Zuckermädchen schon im vergangenen Jahr ins Grübeln gebracht.
Sie war regelrecht verzweifelt, weil "Morgen" einfach unerreichbar schien. Begründet dadurch, dass wir Erwachsen völlig selbstverständlich jeden Tag aufs neue von "Morgen" berichteten.
Morgen gehen wir Eis essen.
Morgen musst du zum Arzt.
Morgen kommt eine Freundin vorbei.
Morgen ist endlich Urlaubsanfang.
Dieses "Morgen" musste also etwas ganz besonderes sein, wenn sich die Events an diesem ominösen Tag so ballen sollten.






Kindern fällt die Einschätzung von Zeit schwer. Ebenso wie die Einordnung von Zeitabgaben. Es ist zu abstrakt und nicht greifbar. Noch dazu ändert sich das Empfinden von Zeit von Situation zu Situation.
Ihr erinnert euch sicher selbst wie eeeewig laaaange es dauern konnte, wenn die Mama verkündete es wären "nur noch zwei Wochen bis Weihnachten" oder wie unglaublich lang eine halbe Stunde sein konnte, wenn man sie im Wartezimmer beim Arzt verbrachte. Sich in die Welt der Kleinen hineinzudenken, ist wichtig, um Zeitangaben verständlich zu vermitteln. Was für uns ganz verständlich ist, ist für unsere Kinder wie eine Fremdsprache.





Das Zuckermädchen kennt die verschiedenen Zeitkategorien mittlerweile zwar, aber es ist für sie noch immer sehr undurchsichtig. Wer soll denn da auch durchsteigen?

Heute, Morgen, Gestern, Übermorgen. 
Montag, Dienstag, Mittwoch
Vormittag, Nachmittag, Mittag, Abend. 
Frühstück, Abendessen, Mittagessen.
8 Uhr, 20 Uhr, Halb Acht, Zwanzig nach Zehn, Neunzehnuhrfünfundzwanzig

Noch schlimmer machen es nur noch Begriffe wie, gleich, bald, später, nachher die selbst in der Erwachsenenwelt nicht definiert sind. Manchmal ist es so verwirrend für das Mädchen, dass sie mich beim Abendessen fragt, ob sie denn heute schon im Kindergarten war oder ob sie noch hin muss.


Das Chaos wird perfekt, wenn die zeitlich durchgetakteten, meist auch berufstätigen Eltern ihren Tagesablauf planmäßig durchziehen wollen und die Kleinen mit Augen groß wie Unterteller daneben stehen und die Hektik gar nicht verstehen. "In 5min müssen wir zur Kita" klingt für die Kinder genauso wenig dramatisch wie "Die Bahn fährt in 30min" oder "In zwei Tagen haben wir einen wichtigen Termin". Worte wie Beeilen oder Zeitdruck können die Kinder mit einer unfassbaren Gelassenheit ignorieren. Als seien sie im Wortschatz gar nicht vorhanden.

Was kann man machen, um es den Kindern zu erleichtern, langsam ein Verständnis für Zeit zu entwickeln? Und um vor allem für weniger Ärger und Missverständis im Alltag zu sorgen.




1. Rituale
Fügt Rituale statt Uhrzeiten und Termine in euren Alltag ein. Viele Mamis und Papis haben bereits abendliche Rituale, die den Kids schon im Kleinstkindalter suggerieren sollen: Schlafenszeit! Die obligatorische Gute-Nacht Geschichte oder auch die Folge Sandmännchen, das gemeinsame Abendessen zuvor oder das Bereitlegen von Kleidung für den nächsten Tag. Das kann man ebenso auf die anderen Tageszeiten umschichten. Rituale geben dem Kind Stabilität und Sicherheit und helfen den Rhythmus des Tages zu erkennen.

2. Handlungsabläufe statt Zeitangaben
Wie lange noch? Wann endlich? Die Fragen beantwortet man am Besten mit Zeitangaben, die die Kinder besser fassen können. "So lange, wie deine Lieblings-CD dauert", "So lange wie der Weg zum Kindergarten dauert", "Noch zweimal schlafen",

3. Berichtserstattung
Lasst euch beim Mittagessen (oder kurz danach) vom Vormittag im Kindergarten oder bei der Oma berichten. Das kann auch zu einem Ritual werden, dass den Tag für das Kind in Vormittag und Nachmittag teilt. Auch besonders schön und hilfreich ist es Abends im Bett gemeinsam den Tag Revue passieren zu lassen. Was haben wir heute erlebt? Was hat uns gut gefallen?

4. Spiel integrieren
Kinder leben in der Gegenwart. Das war vorher passiert ist oder was später noch passieren wird, wird besonders im Spiel zur absoluten Nebensache. Sind Kinder im Spiel, vergessen sie Zeit und Termine und sind hochkonzentriert. Ihr kennt das alle von empörten Ausrufen, wie: "Och nöööö! Ich spiel doch gerade so schön!", selbst wenn man vekündet, dass man jetzt zu einer Verabredung zum Eis essen aufbrechen will.
Deshalb ist es manchmal sinnvoll, das hier-und-jetzt in den nächsten Termin zu integrieren. Anstatt dem Kind trocken mit dem Aufbruch zum nächsten Termin zu schocken, kann man die Spielsachen gleich mitmachen lassen.
"Der Teddy will zum Doktor, weil sein Bauch doch so weh tut!"
"Komm, Oma und Puppe haben sich schon so lange nicht gesehen, die zwei haben sich verabredet!"
Oder auch gleich:
"Hey Zuckermädchen, lass uns unsere Überlebenszauberpakete (Kindergartentasche) packen, auf unsere Einhörner (Fahrrad) steigen und den geheimnisvollen Weg zu einem unbekannten, magischen Land (Kindergarten) erkunden! Aber vergiss nicht, dass du vorher noch deinen Tarnumhand (Jacke) und deine Feuerschuhe (Sneaker) anziehen musst! Hast du auch deinen Unsichtbarhelm (Fahrradhelm) dabei?"
Das funktioniert wie Zauberei und auf einmal ist das Kind ultimativ schnell. Damit der Zauber anhält, muss man das Spiel auf dem Weg natürlich weiterspielen.

5. Timer, wenn es stressig wird. 
So fad und technisch, wie das auch klingt. Der Timer ist mein Geheimtipp in sehr stressigen Situationen. Vielleicht agieren hier nicht alle Kinder gleich, aber das Zuckermädchen liebt den Lauf gegen die Zeit. Wenn ich also weiß, dass das Mädchen gerade völlig in Zeit und Raum verschwunden ist und ich gerade regelrecht getaktet meinen Tag abspule, stelle ich den Timer.
So gibt es zum Beispiel genau 15min zum Anziehen, 30min für das Mittagessen oder 20min zum Zimmer aufräumen. Die gesteckten Ziele müssen natürlich realistisch sein.
Meist ist das Mädchen deutlich schneller fertig und ganz stolz, das Ziel übertroffen zu haben. Mit dem regelmäßigen Blick auf den Timer lernt sie so auch langsam, wie schnell oder langsam die Zeit abläuft.
Man kann sich auch kleine Belohnungen ausdenken. So können die Minuten, die man über den Tag nicht gebraucht hat, in Fernsehzeit, Vorlesezeit oder Kuschelzeit investiert werden. Oder man lässt die Kinder noch etwas länger Minuten sammeln, die dann in eine gemeinsame Freizeitaktivität umgetauscht werden.


So klappt es immer besser!
Das Verständnis von Zeit, Uhrzeit, Jahreszeit, Tageszeit oder auch einfach "keine Zeit" wächst beständig. Es macht Freude, die Entwicklung zu beobachten.
Und letzten Endes, heißt es doch immer, dem Glücklichen schlägt keine Stunde.
Also lassen wir unsere Kinder doch einfach noch ein wenig zeitlos glücklich sein und helfen einfach nur ab und zu, langsam und geduldig nach.


Welche Tricks und Tipps wendet ihr an, um Kindern Zeit verständlich zu machen?
Habt ihr selbst auch schon Erfahrungen gemacht, wie eure Kids die Zeiten durcheinander gebracht haben?
Erzählt doch mal!

Lieblingsgrüße!